Archive for Juli 2007

Knapp daneben.

2007-07-23

In der heutigen Ausgabe des Senatsblattes lässt sich Senator Dräger über die „Talentstadt Hamburg“ aus. Ein Konzept, mit dem einzig die die Attraktivität der Stadt für „High Potentials“ in Deutschland, Europa und der Welt gesteigert werden soll. Dieses Programm hat zwei gewaltige Fehler, die schon im Ansatz stecken. Zum einen werden die in Hamburg vorhandenen Talente und kreativen Potentiale dabei total vergessen. Und andererseits zielt es nur auf die Oberflächlichen Werbeeffekte wie Szeneviertel.

Es werden zwar auch  Ideen wie Technologiepark und Förderung der verschiedenen Universitäten, doch gerade vor dem Hintergrund
des massiven Ausdünnens der Masterstudiengänge und der Studiengebühren wird die Attraktivität des Standortes momentan eher
massiv gedrückt. Denn jemand, der extra für ein Studium nach Hamburg kommt, will es auch hier bis zum Master machen können. Oder nur den Master machen, wobei er dann auch noch in Konkurrenz zu den bisherigen Studenten tritt. Beides kann nicht das Ziel eines Werbens für den Standort sein.

Genauso problematisch ist es auch, kreative Viertel von obenherab zu verordnen, nur weil sie dem Standortmarketing dienlich sind. Keines der beschrieben Quartiere ist über Nacht oder durch Senatsbeschluss zu einem geworden. Durch günstige Mieten, engagierte AnwohnerInnen und kreative Zuzügler sind diese kreative und belebten Inseln entstanden. Einen solchen laufenden Prozess kann eine Stadt befördern, auch wenn sie in der Vergangenheit eher weniger mit diesen zu tun hatte. Die entgültige Frage, wo und welche Stadtteile am Ende das Rennen machen, ist offen. Hier kann eine vorzeitige senatliche Auszeichnung eher den Prozeß abwürgen, als ihm dienlich zu sein.

Achja. Herr Senator, Rotheburgsort mag zwar ein hohes kreatives Potential besitzen, aber es befindet sich auf jeden Fall nicht südlich der Elbe. Wer anderen Menschen Hamburg nahe bringen will, sollte sich schon ein wenig auskennen.

Faule Kompromisse

2007-07-20

In der Welt gibt es heute einen Bericht über die Planungen für die Stresemannstraße. Darin bietet die Baubehörde an, die Straße in Richtung Innenstadt für den Schwerlastverkehr zu sperren. In einer Planungswerkstatt in Altona wurde dagegen gemeinsam von AnwohnernInnen, der GAL und der CDU ein Konzept der Dreispurigkeit entwickelt.

Ich verstehe gar nicht, warum sich gegen die Dreispurigkeit ausgesprochen wird. Im Bereich der Sternbrücke ist die Strasse doch jetzt schon auf drei Spuren verengt.

Und für mich als Radfahrer ist die Situation definitv unhaltbar. Die schmalen Bürgersteige sind zwar für gemeinsame Nutzung ausgewiesen, aber unübersichtlich und eng. Alleine ein Kinderwagen kann hier den Weg komplett für Radfahrer unpasssierbar machen. (Nichts gegen Kinderwagen, aber dann bitte auch ausreichen breite Fusswege!). Es gibt zwar auch Radwege, zum Teil sogar in gutem Zustand. Prinzipiell würde ich jedoch eher eine Radspur auf der Strasse bevorzugen.

Besonders abwegig erscheint mir das Angebot der Baubehörde „auf ihren rechtlichen Anspruch, die Stresemannstraße für noch mehr Verkehr auszubauen“ zu verzichten. Denn für einen weiteren Ausbau, in früheren Planungen stehen sechs Spuren, müssten die Gebäude am Strassenrand abgerissen werden. Dieses zurückweichen der „Bauline“ wird jedoch enorme Kosten nach sich ziehen, denn Gebäude und Grundstücke müssen dafür gekauft werden. Und heute wird direkt am Strassenrand auch noch an einem Neubau gearbeitet. Ganz zu schweigen von der Eisenbahnbrücke. Wer mit solchen Argumenten in eine Debatte geht, der ist nicht mehr weit von Schilda entfernt.