Vertrauen, getäuscht.

2006-03-17

Ich habe gerade bei Spreeblick einen Beitrag über „Uwe“ gelesen. Und der dort beschrieben Fall hat mich an ein eigenes Erlebnis erinnert. Die Details möchte ich jetzt nicht hier ausbreiten, denn es war eine Ecke persönlicher als das Erlebnis mit Uwe. Aber es hat mit einem Telefonat geendet, indem ich dann die Vorgeschichte meines Bekannten erfahren habe.

Er hat es perfekt verstanden, eine Fassade aufzubauen. Die letzten Jahre hatte er nicht als Designer in San Francisco verbracht, sondern wegen Betruges in Moabit gesessen. Und auch seine Pläne für ein selbstständiges Büro in Hamburg waren eher Luftschlösser als konkrete Planungen, obwohl die Ideen sehr gut waren. Aber er hat sich perfekt darauf verstanden, alles in einer Detailtiefe und den blumigsten Worten zu beschreiben, die an seinem Fachwissen und seiner Begeisterung für das Thema keinen Zweifel aufkommen liessen.

In dem Telefonat kam dann die Frage auf, ob ich seinen Aufenthaltort kennen würden. Er habe mit der Kreditkarte des einen Waren in die Wohnung eines anderen bestellt. Letzterer müsse nun den Kopf dafür hinhalten. Ausserdem war einiges an verliehenem und nun verlorenem Geld im Spiel sowie mehrere (!!!) gebrochene Herzen.

Zu meinem Glück beschränkte sich mein persönlicher Schaden auf einen sehr tiefen Kratzer im Ego und die Frage, wie eine Mensch so etwas tun könne. Besonders problematisch war es danach allerdings, auf neue Menschen zu zugehen. Immer wieder kam das Misstrauen hoch, es könne sich ja wieder um einen Betrüger handeln. Aber woran soll man das festmachen? Wo soll man die Grenze ziehen?

Ich glaube, am Ende bleibt einem nur, vorsichtig zu sein. Ohne einen anfänglichen Vertrauensbonus kann man nicht daran gehen, neue Menschen kennenzulernen. Oder soll man beim ersten Treffen gleich fragen „Moin, nett dich kennenzulernen. Aber bevor wir weiterreden hätte ich gerne deinen Auszug aus dem Strafregister, eine Schufa Auskunft und die letzten vier Arbeitszeugnisse gesehen. Und mein Freund dahinten macht eben schnell ein paar Bilder für die Regelanfrage beim Verfassungsschutz und dem BKA.“

Nein. So kann es einfach nicht laufen. Bleibt der Rat, einfach vorsichtig zu sein. Nicht nach zwei mal Kaffee trinken gleich den Wohnungsschlüssel und das Portemonnaie samt PIN-Codes herausgeben. Und auch nicht mal eben schnell ein paar Scheine über den Tisch schieben, als Leihgabe.

Danach wird es dann aber irgendwann schwer. Wenn die Person gegenüber eine sehr gute Fassade errichtet, einem eine ander Person vorspielt. Und zusätzlich diese Person vielleicht genau die Seiten in einem zum klingen bringt, die man selber genre hört. Dann wird es schwierig. Aber trotzdem dürfen solche Einzeltäter nicht das Grundvertrauen zerstören.

In diesem Sinne: Vertrauen ja, aber genauso vorsichtig sein.

[tags] Vertrauen, Betrug, Freunde [/tags]

Und noch eine Front…

2006-03-15

Es ist irgendwie ein wenig frustrierend. Ich habe noch so viele Dinge im Kopf, über die ich gerne schreiben würde. Aber am Ende kommt doch immer ein Kusch dazwischen. Mensch könnte fast seine Uhr danach stellen. Oder zumindest den Kalendar: „Oh, schon wieder eine neue Affaire für Kusch, dann ist heute also Mittwoch“…

Dieses mal ist hat er allerdings selber wenig getan, sondern ist nur in den Sog einer anderen Affaire geraten. Momentan gibt es in der Hamburgischen Bürgerschaft einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuß (PUA), der sich mit dem geschlossenen Heim für auffällige Jugendliche beschäftigt. Dort sind Jugendliche ohne die entsprechende rechtliche Grundlage eingesperrt und zum Teil auch mit Betäubungsmittel ruhig gestellt worden. Ausserdem gibt es massive Zweifel, ob die privaten Sicherheitskräfte über die entsprechende pädagogische Ausbildung verfügen. Dazu kommen noch mehrere Ausbrüche und einiges anderes. Auf jeden Fall ist dort anscheinend vieles schief gelaufen.

Unter anderem wurden auch leitende Mitarbeiter der beteiligten Behörden und einige SenatorInnen als Zeugen vorgeladen. Da ein PUA nach den Regel der Strafprozeßordnung abläuft, dürfen Zeugen von den Aussagen der vorhergehenden keine Kenntnis haben, zumindest nicht den genauen Wortlaut. Da sich solch ein PUA über relativ lange Zeit hinzieht, werden deswegen die Protokolle unter Verschluss gehalten.

So weit, so schön. Leider wurde sich daran nicht gehalten. Über die Senatskanzlei wurden diverse Behörden und Mitarbeiter mit den Protokollen versorgt. Dabei vor allem Personen, die noch nicht vor dem Ausschuss ausgesagt haben, allerdings noch vorgeladen sind. Auch stellt sich die Frage, in wie weit bisherige Aussagen aufeinander abgestimmt werden konnten.

Doch nun zu Kusch. Seine Justizbehörde hat das Protokoll seiner Aussage aus der Sentaskanzlei unangefordert erhalten. Zwar steht es ihm zu, das Protokoll seiner eigenen Aussage zu erhalten, besonders vor dem Hintergrund der beantragten Beugehaft. Dennoch muss es erst offiziell beantragt werden, und nicht mal eben so verschickt werden.

Besonder beeindruckend ist die Rechtfertigung für diesen Vorgang. Justizsenator Kusch habe angenommen, es handele sich um eine „kleine Wiedergutmachung für die vollkommen inakzeptable Behandlung“.

[tags] kusch, hamburg, rathaus, politik, justiz[/tags]

Lasagne vs. TX

2006-03-14

Tja, das freut einen doch, wenn man auch mal dafür erwähnt wird, wenn man Freunde durchfüttert. Und immerhin wurde auch die Lasagne als lecker bezeichnet. Aber es war schon ein netter Abend, auch wenn wir am Ende gemeinsam vor dem Fernseher gesessen haben und zugesehen, wie in „Terminator 3“ die Erde untergeht. Okay, es ist weniger geredet worden als im zweite Teil.

Und um auf das Essen mit Freunden zurück zu kommen. Ich koche sehr gerne und probiere dabei immer wieder neue Dinge aus. Oder verändere nur die Details an einem Gericht, das ich schon x-Mail gekocht habe. Aber alleine macht das wenig Spass. Zumindest zum Essen hinterher sollte dann doch jemand da sein, mit dem man die Früchte der Arbeit teilen kann. Oft wird aus einem netten Essen mit drei oder vier Leuten und etwas Wein ja auch ein super Abend mit viel Diskussionen und unterhaltsamen Gesprächen.

Von daher darf sich der Knu sicher sein, auch weiterhin des öfteren vor einem mit leckerem Essen gefüllten Teller zu sitzen, neben dem der passende Wein steht. Und ich muss mir dann nie Sorgen machen, es könnte zu viel sein oder am Ende etwas übrig bleiben.

[tags] Freunde, Film, Kochen [/tags]

Ein Herz für Hooligans

2006-03-13

Er kann es nicht lassen. Dieses mal hat Justizsenator Roger Kusch die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kritisiert, da diese angeblich Schnellverfahren zu Fussball-WM einführen wollen.

Nur leider hat er damit ein wenig zu weit geschossen. Denn wie diese jetzt klargestellt hat, ging es ihr nur um eine konsequente Anwendung von bestehendem Recht. Denn genau für Massenveranstaltungen wie Fußball-Tourniere ist es möglich, bei klarer Beweislage Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr zu verhängen.

Und vor diesem Hintergrund habe Zypries dazu aufgerufen, auch die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzten, damit von diesen Möglichkeiten überhaupt gebrauch gemacht werden kann. Also beispielsweise Dienst- und Bereitschaftszeiten bei Staatsanwaltschaften und Gerichten entsprechend zu planen.

Jetzt stellt sich ein wenig die Frage, warum Kusch sich ausgerechnet in diesem Fall so dagegen wehrt. Denn beim Jugendstrafrecht oder der geschlossenen Anstalt Feuerbergstrasse macht er sich wesentlich weniger Sorgen und Bedenken.

Aus der Justizbehörde verlautete, Gesetze müßten ohne Ansehen der Person gleichförmig angewendet werden und nicht wegen der WM intensiver als davor oder danach. Stellt sich dann nur die Frage, warum entsprechende Regelungen überhaupt eingeführt wurden. Und das bestimmt nicht gegen die Stimmen der (Bundes-) CDU.

Kusch, Kusch, Kusch – und kein anderes Thema

2006-02-28

Es ist faszinierend. Es vergeht keine Woche ohne eine neue Meldung über Missstände, die von unsrerem allseit unbeliebte Justizsenator Roger Kusch zu verantworten sind. Nicht die Fraktion, seine Parteifreunde oder Senatskollegen schützen ihn, einzig die schützende Hand von Bürgermeister und Studienfreund von Beust bewahrt uns diese Angriffsfläch. Grund genug, eine neue Kategorie einzuführen: „Wann kuscht Kusch?“

Aber was ist jetzt schon wieder passiert? Wie kann man nach der Debatte um Sterbehilfe und Abschaffung des Jugendstrafrechtes, der Beantragung von Beugehaft wegen Aussageverweigerung gegen den Justizsenator, einem für Hamburg peinlichen Auftritt im Bundestag und dem Skandal um die Fesselung von zwangsweise entkleideten Gefangenen noch einen drauf setzen.

DSC00101Ganz einfach. Man lässt das Anti-Folter-Komittee des Europarates in die Gefängnisse um die Haftbedingungen von Abschiebehäftlingen zu prüfen. Und schon bekommt man einen Bericht, der die Haftbedingungen auf das heftigsten kritisiert. Und das ganz ohne Häftlinge nackt fesseln zu müssen. Da staunt der Laie nur über so viel Spürsinn, mit einfachen Mittteln große Wellen zu schlagen. Nach dem Leitspruch „Auch schlechte PR ist PR!“ landet Roger Kusch hier einen Volltreffer nach dem anderen.

Andererseits werden schon jetzt nicht unerhebliche Finanzmittel aufgewandt. Hamburg lässt sich „bereits jetzt jeden einzelnen Hafttag in der Abschiebehaft rund 74 Euro kosten“, so der Sprecher der Justizbehörde. Trotzdem sind die Bedingungen anscheinend kritisierenswürdig, da Ausgang und Besuch, Telefonate und auch der Zugang zu Zeitungen und Büchern stark beschänkt sind. Auch scheint es mit 74 Euro am Tag nicht möglich zu sein, die Zellen sauber und instand zu halten.

Vielleicht versucht er auch Christian Pfeiffer zu wiederlegen. Dieser frühere niedersächsische Justizminister und jetzige Kriminologe an der Universität Hannover hat in einem Interview im Zusammenhang mit dem Vorschlag zur Abschaffung des Jugendstrafrechtes diagnostiziert, Roger Kusch „ist zur Zeit in irgendeiner persönlichen Psychodynamik, wo es ihm darauf ankommt, alle vier Wochen durch einen neuen verrückten Vorschlag aufzufallen, wo dann sogar die eigenen Parteifreunde den Kopf schütteln“.

Vier Wochen sind Kusch zu lange, er braucht nun mal seinen wöchentlichen großen Auftritt in den Medien. Mal sehen, wie lange er noch durchhält, oder ob irgendwann auch mal wieder andere Mitglieder des Senates es schaffen, ihm den Rang abzulaufen. Probleme und Missmanagment gibt es genug.

Ein Stück Frühling…

2006-02-27

Grüne Wiese…habe ich mir am Freitag für mein Regal zugelegt. Draussen ist es ja noch nicht ganz so weit bisher. Auch wenn es langsam Zeit wird. Winter und kalt hatten wir ja nun genug.

Vielleicht hilft ja dieses Stück grüne Wiese, immerhin mit gelben Blümchen. Als ersten Erfolg in dieser Strategie verbuche ich auch gleich das aktuelle Wetter. Denn zwei Tage Sonnenschein am Stück ist doch schon mal was.

Okay, dafür ist es auch wieder richtig kalt geworden. Mit Frost und so. Aber man kann ja nicht alles haben. Immerhin Grund genug, die Sonnenbrille rauszukramen und mal wieder gemütlich draussen lang zu schlendern, als durch Nieselregen zu hasten.

IMG_3622Und Grund genug, mal wieder mit der Kamera bewaffnet ans Fenster zu treten und diesen Ausblick fest zu halten. Nun ja, leider nicht zu Hause, sondern nur aus dem Bürogebäude. Aber dafür bin ich hier tagsüber öfters, als zu Hause.

Neues Blog

2006-02-25

Irgendwie war es an der Zeit. Nicht immer nur bei anderen Kommentare hinterlassen, sondern selber bloggen. Mal sehen, wie regelmässig ich mich hier auslassen werde…

Okay. Die Frage ist jetzt wohl, zu welchen Themen. Das ist eine berechtigte Frage. Ich weiss es noch nicht ganz genau. Auf jeden Fall zu Politik in Hamburg und dem Rest der Welt, schliesslich geht dafür ja auch ein Großteil meiner Freizeit drauf. Und dann wollen wir mal sehen, was mir sonst noch bei Streifzügen durch die reale Welt oder die unendlichen Weiten des Internets einfällt und auffällt.

Und das Design. Ja, bisher ist es der Standard WordPress Vorschlag, in der deutschen Version. Wie unkreativ. Nein, da kommt bestimmt noch was eigenes. Nur wollte ich erst einmal anfangen können zu schreiben und nicht erst wochenlang am Design basteln. Denn seien wir mal ganz ehrlich, hier geht es doch um Inhalte, meine lieben Freundinnen und Freunde.

Aber, keine Sorge, der Rest kommt auch. Dann werden diese Inhalte auch entsprechend präsentiert. Und nicht so blau und nüchtern wie im Moment. Sondern grün und nüchtern. Oder so ähnlich.

In diesem Sinne…

D!

Familienbande

2005-08-09

dsc00141Heute habe ich mich mit meiner Mutter und meiner Schwester in der Innenstadt von Hamburg getroffen. Endlich mal wieder.

Ich und Knus „KristaMobil“

2005-08-08

So, derKnu hat ein etwas über sein neuestes Spielzeug geschrieben. Allerdings ist nicht er vor dem Wahlkampf-Werbe-Fahrzeug zu sehen, sondern meine Wenigkeit. Und natürlich Krista. Egal, das sind doch eh nur Details.

Und er muss sich keine Sorgen machen. Auch wenn ich ihm ab und zu das Fahrzeug streitig mache, er darf es behalten. Nur das Navigationssystem ist ein sehr nettes Spielzeug. Das kann er gerne des öfteren einfach mal bei mir abgeben.

Sehr interessant auch die verschiedenen Stimmen, mir gefällt ja die von dem Engländer, ich glaube Tom, am besten. Wahnsinn, wie eine solche Stimmen mit diesem britischen Betonung (genau, nicht dieses breite Ami-Englisch) wirken kann. „You have reached your final destination“ – Ein Traum.

Queen Mary II – Teil 2

2005-08-03

Irgendwie verstehe ich den Aufruhr nicht, der in Hamburg wegen einem einfachen Schiff ausgebrochen ist. Es ist doch nur ein Schiff. OKay, die Abmessungen sind beeindruckend. Aber es ist doch nur ein Schiff. Wenn man wenigstens auf das Schiff gekommen wäre, um es sich von innen anzusehen. Aber so?

Andererseits, was interessiert mich, warum die Leute davon so beeindruckt sind und busweise angekarrt werden. Sie sind es und das sollte man ausnutzen. In der Hinsicht ist diese Inszenierung des Aufenthaltes eine sinnvolle Sache. Die Leute lassen ihr Geld in Hamburg, und wir haben mit dem Eisverteilen bestimmt auch gute Werbung für die Grünen gemacht.