Posts Tagged ‘tagesschau’

Da kommt was auf uns zu…

2008-02-14

Heute kommt ja auch alles zusammen. Erst eine weitere Umfrage, die den bunten Haufen um die Ex-PDS in der Bürgerschaft sieht, ein WELT-Artikel über die offene Liste und dann Stasi-Wünsche aus Niedersachsen. Aber der Reihe nach.

Die Linke werden wohl in die Hamburgische Bürgerschaft einziehen. Zumindest legen das die aktuellen Umfragen nahe. Aber wie man ja gerade in Hessen und Niedersachsen gesehen hat, ist auf Umfragen nicht allzu sehr verlass. In der heutigen Welt gibt es dann schon einen Artikel über die Zusammensetzung der offenen Liste, mit der die Linke zur Wahl in Hamburg antritt. Anscheinend tummeln sich dort auch Mitglieder der DKP, die noch immer nach der Revolution ruft, die DDR toll findet und den Lehren von Lenin treu folgt.

Und wie bestellt, kommt der Querschuss aus Niedersachsen. Die Linke Neu-Abgeordnete im Landtag Christel Wegner hat sich gegenüber Panorama geäussert, dass die STASI nötig wäre, um sich gegen reaktionäre Kräfte zu schützen. Super, da haben sie mit Schüffel-Schäuble ja auch den Idealen Wegbereiter, in technischer Hinsicht. Ausserdem wäre die Mauer nötig gewesen, damit nicht die ganzen Westler in den Osten rennen. Achja, deshalb sind auch so viele Westdeutsche dort ums Leben gekommen, als sie in das Paradies DDR eindringen wollten. (Das war Ironie!).

Auch wenn die Fraktionsführung in Niedersachen Schadensbegrenzung betreibt und die Abgeordente aufgefordert hat, ihr Mandat zurück zu geben, das sind ja tolle Aussichten für Hamburg. Es reicht ja nicht, das Bremen und Niedersachsen ein solches Theater geboten bekommt, wir Hamburger müssen da ja um jeden Presi mithalten.

Oder vielleicht überlegen sich so manche Wählerin und mancher Wähler noch einmal, ob eine Partei, die alles Besser weis, aber nichts besser machen will, wirklich der richtige Weg für Hamburg ist.

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So lange halten die Aussagen…

2008-01-27

Zitterpartie in Hessen. Mit oder ohne Linke, rot-grün vorne oder doch nicht, Patt im Landtag? Spannend ist es schon. Aber eines ist bezeichnend. Gerade in der Tagesschau ist die Linke von ihrer Fundamental-Opposition abgerückt. So lange halten deren Aussagen! Nur will niemand von ihr toleriert werden. Keine erpressbaren Wackelkonstellationenen, sondern stabile Koalitionen, deren Partner auch gemeinsam zu ihrer Verantwortung stehen.

Gegen 22:00 Uhr sollen vorläufige Ergebnisse für Hessen feststehen. Also erst einmal in Ruhe Tatort gucken…

PS.: Niedersachen ist halt klar, deswegen kein Kommentar an dieser Stelle…

Brennpunkt ohne Fokus

2007-06-19

Gestern abend habe ich zufällig nach der Tagesschau den Brennpunkt zum Busunglück in Sachsen-Anhalt gesehen (Den Beitrag gibt es auch online). Richtigerweise wurde das Thema in der eigentlichen Tageschau Sendung an erster Stelle behandelt. Es ist ein erschütterndes Unglück, das sich auf deutschen Strassen ereignet hat. Als dann der Hinweis auf den folgenden Brennpunkt kam, hatte ich durchaus Interesse denn eine Brennpunkt impliziert ja durchaus eine tiefere Bedeutung des Themas.

Leider wurde dieses bitter enttäuscht. Schaltung zum Unfallort, Schaltung vor ein Krankenhaus, Schaltung ins Heimatdorf der Reisenden und am Schluss einmal kurz die Frage nach der generellen Unsicherheit von Reisebussen an einen Verbandsexperten. Bei einem Brennpunkt hätte ich eigentlich eine Debatte über die implikationen dieses Unglückes auf Reisebusse generell, Lenkzeiten von LKWs oder ähnliches erwartet. Statt dessen Katastrophenfernsehen.

Bei einem Brennpunkt erwarte ich, das es um ein bedeutendes Thema geht. Und vor allem über die „normale“ Berichterstatung hinaus. Ob Irakkrieg I und II, 9-11, Oderflut und gekaufter Fussball. Alles Themen, die einen  grossem Einfluss auf Gesellschaft, Politik oder den Umgang mit einem bestimmten Bereich über das eigentliche Ereigniss hinaus haben.

Ich hoffe, in Zukunft wird die Marke „Brennpunkt“ nicht weiter so ohne jeden Focus verwässert, denn ansonsten verliere ich mein Interesse.

Streit um das Kindeswohl

2007-02-19

Es ist ja eine spannende Debatte. Frau von der Leyen hat anscheinend innerhalb der Union ein Thema auf die Tagesordnung gebracht, das auch innerhalb der Gesellchaft sehr kontrovers gesehen wird. Wer soll sich um die „Kleinen“ kümmern. Ist es besser, Mutter sitz mit dem Kind zu Hause, oder das Kind wird schon nach dem ersten Lebensjahr in eine Kita gebracht.

Im Blog der Tageschau geht es zu diesem Thema auch schon hoch her. In einem Kommentar bezieht „Susanne v. Puttkamer“ eindeutig Position und erhebt schwere Vorwürfe. Kinder gehören mit der Mutter nach Hause. „Für Kleinkinder (unter 3 Jahren) ist die individuelle Betreuung in der Familie besser, als die kollektive Betreuung außerhalb. Dass diese über jahrzehnte gefestigte und im wesentlichen unbestrittene wissenschaftliche Erkenntnis konsequent bei der Debatte ignoriert wird, hat Methode.“

Ganz so einfach ist es dann wohl nicht. Nur weil man lange nach einer Methode verfahren ist, muss sie nicht richtig sein. Aus meiner männlich-laienhaften Sicht ist das erste Argument gegen diese Ansicht ein praktisches. Nur weil man genetisch in der Lage ist, Kinder zu bekommen, ist man nicht automatisch ein pädagogisches Genie. Es gibt empirische nachweisbar Techniken, wie man Kinder eher besser oder eher schlechter erziehen kann. Niemand würde es wagen, Autofahren ohne Führerscheinprüfung zu fordern. Andererseits wird gibt es keine Prüfung, bevor Mensch Mutter (oder Vater) werden darf.

Nur nicht Missverstehen, ich fordere hier keinen Elternführerschein. Jedoch bin ich fest überzeugt, dass gerade hier eine gewisse pädagogische Begleitung des Heranwachsens durchaus sinnvoll ist. Stellt sich die Frage, ab wann das wichtig ist. Das hängt wohl von vielen Faktoren ab. Insbesondere der Bildungsstand der Eltern scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen. Letzteres hat ja auch die Pisa-Studie belegt.

Hier liegt auch ein entscheidender Punkt, der in den Debatten oft übersehen wird. Wer auf hohem sprachlichen Niveau die Debatte führt, von der „Familienmanagerin“ wie im Werbespot eines Staubsaugerherstellers spricht und über die Rückkehr „in einen qualifizierten Beruf“ nachdenkt, hat die Wahl. Und entscheidet sich für den einen Weg. Das ist zu respektieren (nicht meine Entscheidung, aber ich bin auch nicht in dieser Situation). Aber es gibt auch viele Eltern (oder besser: Mütter), die sich gerne anders entscheiden wollen. Und das ist ihr gutes Recht. Leider sind einfach die Rahmenbedingungen noch nicht gegeben, dass sich Mütter frei für den einen oder den anderen Weg entscheiden können. Ohne geeignete KiTa im Ort geht es dann nun mal nicht.

Das Tagesschau Blog

2007-01-31

Die Tagesschau bloggt. Wundert keinen, heute hat ja jeder ein Blog. Unternehmen, Privatmenschen (so wie meiner einer), Organisationen und sonst jeder hat eines, also warum nicht auch die Redaktion der Tagesschau? Und doch handelt es sich dabei nicht um ein weiteres „Wir sind toll!“- oder „Guck mal, wir haben was neues“- Blog, wie es viele Unternehmen betreiben.

Zwar findet man an vielen Stellen auch mal Hinweise auf ein übersteigertes gesteigertes Selbstbewusstsein und auch Selbstbeweihräucherung. Aber das ist ja nun auch nicht anders zu erwarten, es handelt sich ja um ein Corporate Blog. Dennoch überwiegt der Nutzen, denn es gibt spannende Einsichten und Hintergründe aus der Redaktion.

Es wird berichtet, wie einzelne Meldungen zustande kommen. Erklärt, warum man ein Thema doch (oder auch nicht) in die Sendung aufgenommen hat. Oder wie man zwischen verschiedenen wichtigen Themen abwägt, besonders deutlich wird es im Fall Stoiber oder Sturm. Und an manchen Stellen werden keine Fragen beantwortet, sondern Problemfelder aufgerissen und die unterschiedlichen
Sichtweisen dargelegt.

Unterm Strich ein interessantes Blog, das auch auf Grund der vielen verschiedenen Schreiberlinge immer neues bereit hält und nicht nur die Nachrichten aus der Sendung wiedergibt, sondern die Hintergründe beleuchtet und das Umfeld nahe bringt. Seit Anfang Januar hat es deswegen einen festen Platz auf meiner täglichen Blog-Runde.