Wir können alles, außer hochdeutsch!

2007-08-22

Das gilt neuerdings auch für Virales Marketing im All.

Zwischenruf: Studiengebühren

2007-08-17

An den Hamburger Unis werden zur Zeit die Exmatrikulationsbescheide für die Studentinnen und Studenten verschickt, die keine Studiengebühren gezahlt haben. An der Universität Hamburg sind das rund 1100 Stück, an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) sind es sogar 269 von insgesamt 571 Studierenden, die sich einen Gebührenboykott an geschlossen haben. Zu dem entsprechenden Beitrag bei Welt Online habe ich den folgenden Kommentar geschrieben:

Das Grundproblem mit den Studiengebühren ist auch, das damit keine Anspruch auf Leistungen verbunden ist. Ich kann nicht, wie bei einem „normalen Geschäft“ mich beschweren, oder bei „Nichterfüllung des Vertrages“ die Zahlungen kürzen.

Aus meinen Erfahrungen in den Uni-Gremien werden mit den Studiengebühren nicht wirklich neue Leistungen für Studierende geschaffen. Statt dessen werden einfach die bisherigen Tutorien mit diesen Geldern bezahlt, und nicht wie bisher über den Fachbereichs- / Fakultätsetat. Den kann man dann viel besser in die Ausstattung der Forschungsgruppen stecken (Achtung: Ironie).

Und über neue Bücher mit dem Aufkleber „Finanziert aus Studiengebühren“ freue ich mich natürlich immer. Aber wenn ich meinen Pflichtseminarplatz nicht bekomme und deswegen länger Studieren muss, kann ich diese Relationen nicht mehr verstehen.

Und die Frage, ob man sich 1.000 Euro im Jahr als Student so einfach für nichts leisten kann, bleibt auch noch im Raum. Dazu kommen ja auch noch die Ausgaben für das (Pflicht-)Semesterticket von knapp 250 Euro. (hier immerhin mit einer hervorragenden Gegenleistung.)

Beim Bafoeg gilt: Der Gesamtbedarf eines nicht bei den Eltern wohnenden Studenten (einschließlich Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag sowie Mietkostenzuschlag) beträgt 585 Euro. Einen Wohnheimplatz gibt es für knapp zwischen 200 Euro und 250 Euro im Monat. Weitere 125 Euro muss man im Monat an die Seite legen, um Studiengebühren und Semesterbreitrag aufbringen zu können. Bleiben (je nach Wohnheim) 210 bis 260 Euro zum Leben.

Zum Vergleich: Der Regelsatz von Hartz IV (ohne Mitekostenzuschuss) beträgt 347 EUR. Und dort gibt es schon eine Debatte, ob das zum Überleben ausreicht.

Also, wer meint, alle Studenten kaufen die teuren Brötchen, statt ihr 1000 Euro im Jahr für nichts an die Uni zu geben, der sollte einmal genau nachrechnen.

Artikel:

Die grüne Welle!

2007-08-16

Letztes Wochenende fand in Hamburg das Drachenboot Festival Enter the Dragon statt. Auch die GAL war schon zum zweiten Mal mit einem Team dabei. Recht erfolgreich, denn wir konnte uns um fünf Plätze verbessern.

Bilder gibt es hier, diesmal nicht von mir:
http://picasaweb.google.de/7Gina21/EnterTheDragon2007 (Danke, Regina!)

Insgeamt ein tolles Wochenende, trotz des Regens am Sonnabend. Vor allem ein super Team-Event. Da kommt schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Jahr hoch. Mal sehen, ob wir wirklich mehr Training hinbekommen.

Disko Kurs auf Finisch

2007-08-09

Aus aktuellem Anlass, eben mal bei Youtube wieder rausgesucht…

Kein Talent…

2007-08-01

… für den Umgang mit der eigenen Vergangenheit hatte anscheind Hamburgs Senator für Hochschule und Forschung Jörg Dräger. Denn durch den möglichen Interessenkonflikt bei der Vergabe des Konzeptauftrages wird jetzt nicht mehr über Inhalte gesprochen, sondern über die Umstände.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Unternehmensberatung Roland Berger den Auftrag für das Konzept bekommen hat. Bei dieser Beratung hat Dräger selber in den 90ern gearbeitet. Da er auch der Vorsitzende der Kommission für die Vergabe
war, drängen sich hier einige Fragen auf. Erschwerend kommt hinzu, dass der Auftrag nicht öffentlich ausgeschrieben wurde. Rechtlich bei der ursprünglichen Budgetplanung zwar möglich, diese wurde aber mit der Zeit überschritten. Folge ist, dass eben dieser Auftrag mit diesem kompletten Volumen die Grenzen für eine europaweite Ausschreibung überschreitet.

Einen anderen Weg bei der Vergabe von Aufträgen geht der Wirtschaftssenator Gunnar Uldall. Denn seine „erste Dienstanweisung 2001 hatte gelautet, alle Vorgänge, die Mummert betreffen, nicht über seinen Tisch laufen zu lassen“. Vor diesem Hintergund drängt sich die Frage auf, welche allgemeine Regelungen sich der Hamburger Senat in dieser Frage gegeben hat, bzw. warum er sich hier keine einheitlichen Regeln gegeben hat.

Pikanterweise gibt es Senatsinten auch massive Kritik an dem Gutachten. „Der Städtevergleich bleibt (. . .) banal und zugleich irreführend.“ Besonders zum Schluss wird dieses senatsinterne Papier sehr deutlich. Denn es werden die „reinen Marketingmaßnahmen“ kritisiert und gefordert: „Reale Verbesserungen (. . .) müssen Vorrang haben“.

Schade, dass für diese beeindruckende Erkenntnis erst 239 400 Euro für externe Beratung sowie der internen Aufwand zur Bewertung aufgewendet werden mussten.

 Artikel:

Knapp daneben.

2007-07-23

In der heutigen Ausgabe des Senatsblattes lässt sich Senator Dräger über die „Talentstadt Hamburg“ aus. Ein Konzept, mit dem einzig die die Attraktivität der Stadt für „High Potentials“ in Deutschland, Europa und der Welt gesteigert werden soll. Dieses Programm hat zwei gewaltige Fehler, die schon im Ansatz stecken. Zum einen werden die in Hamburg vorhandenen Talente und kreativen Potentiale dabei total vergessen. Und andererseits zielt es nur auf die Oberflächlichen Werbeeffekte wie Szeneviertel.

Es werden zwar auch  Ideen wie Technologiepark und Förderung der verschiedenen Universitäten, doch gerade vor dem Hintergrund
des massiven Ausdünnens der Masterstudiengänge und der Studiengebühren wird die Attraktivität des Standortes momentan eher
massiv gedrückt. Denn jemand, der extra für ein Studium nach Hamburg kommt, will es auch hier bis zum Master machen können. Oder nur den Master machen, wobei er dann auch noch in Konkurrenz zu den bisherigen Studenten tritt. Beides kann nicht das Ziel eines Werbens für den Standort sein.

Genauso problematisch ist es auch, kreative Viertel von obenherab zu verordnen, nur weil sie dem Standortmarketing dienlich sind. Keines der beschrieben Quartiere ist über Nacht oder durch Senatsbeschluss zu einem geworden. Durch günstige Mieten, engagierte AnwohnerInnen und kreative Zuzügler sind diese kreative und belebten Inseln entstanden. Einen solchen laufenden Prozess kann eine Stadt befördern, auch wenn sie in der Vergangenheit eher weniger mit diesen zu tun hatte. Die entgültige Frage, wo und welche Stadtteile am Ende das Rennen machen, ist offen. Hier kann eine vorzeitige senatliche Auszeichnung eher den Prozeß abwürgen, als ihm dienlich zu sein.

Achja. Herr Senator, Rotheburgsort mag zwar ein hohes kreatives Potential besitzen, aber es befindet sich auf jeden Fall nicht südlich der Elbe. Wer anderen Menschen Hamburg nahe bringen will, sollte sich schon ein wenig auskennen.

Faule Kompromisse

2007-07-20

In der Welt gibt es heute einen Bericht über die Planungen für die Stresemannstraße. Darin bietet die Baubehörde an, die Straße in Richtung Innenstadt für den Schwerlastverkehr zu sperren. In einer Planungswerkstatt in Altona wurde dagegen gemeinsam von AnwohnernInnen, der GAL und der CDU ein Konzept der Dreispurigkeit entwickelt.

Ich verstehe gar nicht, warum sich gegen die Dreispurigkeit ausgesprochen wird. Im Bereich der Sternbrücke ist die Strasse doch jetzt schon auf drei Spuren verengt.

Und für mich als Radfahrer ist die Situation definitv unhaltbar. Die schmalen Bürgersteige sind zwar für gemeinsame Nutzung ausgewiesen, aber unübersichtlich und eng. Alleine ein Kinderwagen kann hier den Weg komplett für Radfahrer unpasssierbar machen. (Nichts gegen Kinderwagen, aber dann bitte auch ausreichen breite Fusswege!). Es gibt zwar auch Radwege, zum Teil sogar in gutem Zustand. Prinzipiell würde ich jedoch eher eine Radspur auf der Strasse bevorzugen.

Besonders abwegig erscheint mir das Angebot der Baubehörde „auf ihren rechtlichen Anspruch, die Stresemannstraße für noch mehr Verkehr auszubauen“ zu verzichten. Denn für einen weiteren Ausbau, in früheren Planungen stehen sechs Spuren, müssten die Gebäude am Strassenrand abgerissen werden. Dieses zurückweichen der „Bauline“ wird jedoch enorme Kosten nach sich ziehen, denn Gebäude und Grundstücke müssen dafür gekauft werden. Und heute wird direkt am Strassenrand auch noch an einem Neubau gearbeitet. Ganz zu schweigen von der Eisenbahnbrücke. Wer mit solchen Argumenten in eine Debatte geht, der ist nicht mehr weit von Schilda entfernt.

Bangemachen gilt nicht!

2007-06-21

Nach dem Verkauf des Landesbetrieb Krankenhäuser an den Investor Asklepios machen jetzt viele MitarbeiterInnen Gebrauch von einem Rückkehrrecht zu Stadt Hamburg. Dazu der folgende Schnipsel:

Thies Goldberg (CDU) warf der Opposition „Bangemacherei“ vor. Viele Rückkehrer würden sich bei der Stadt vermutlich in Tätigkeiten wiederfinden, die ihnen „noch weniger gefallen als bei Asklepios“. (Quelle: Abendblatt)

Diese Einstellung gegenüber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist selbstherrlich und in der Sache nicht dienlich. Sie zeigt auch die generelle Einstellung der CDU gegenüber diesen Menschen. „Wer arbeiten muss, ist selber schuld“. Aber es ist ja nicht überraschend, wenn man sich die Begründungen zur Ablehnung des Mindestlohnes ansieht.

Wie weckt man Kreativität?

2007-06-19

Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt flickr im Moment. Eigentlich hatte ich mich gefreut, das mein kleines Plugin für WordPress wieder geht. Jetzt sieht es eher so aus, dass ich mich nach einer Alternative umsehen muss. Denn die aktuelle Politik von flickr finde ich echt bodenlos schlecht.

[photopress:think_flickr.jpg,full,alignright]

Eine gute Seite hat das verhalten von flickr allerdings. Es weckt die Kreativität vieler Mitglieder von flickr, die auf Bildern mit diesem Thema umgehen und ein Zeichen gegen eine solche willkürliche Zensur setzten wollen.

Censure / Censor : I would like make my choice.flikcr censored you2006-05-26 Rachel - censorshipHeuteCensorship Kills - 2Against censorship!f*ck you, flickr.fully completely // I'm leaving, too.NO A LA CENSURA EN FLICKR!!!

Und das ist nur ein kleiner Auschnitt. Inzwischen gibt es mehrere Fotopools bei flickr, in denen sich diese Bilder sammeln:

Fazit für mich: Wenn flickr seine Position nicht überarbeitet und auch einen anderen Umgang mit Protest
an den Tag legt, anstelle auch diese zu zensieren, werde ich meinen Pro-Account nicht verlängern und mich nach einer Alternative umsehen.

Brennpunkt ohne Fokus

2007-06-19

Gestern abend habe ich zufällig nach der Tagesschau den Brennpunkt zum Busunglück in Sachsen-Anhalt gesehen (Den Beitrag gibt es auch online). Richtigerweise wurde das Thema in der eigentlichen Tageschau Sendung an erster Stelle behandelt. Es ist ein erschütterndes Unglück, das sich auf deutschen Strassen ereignet hat. Als dann der Hinweis auf den folgenden Brennpunkt kam, hatte ich durchaus Interesse denn eine Brennpunkt impliziert ja durchaus eine tiefere Bedeutung des Themas.

Leider wurde dieses bitter enttäuscht. Schaltung zum Unfallort, Schaltung vor ein Krankenhaus, Schaltung ins Heimatdorf der Reisenden und am Schluss einmal kurz die Frage nach der generellen Unsicherheit von Reisebussen an einen Verbandsexperten. Bei einem Brennpunkt hätte ich eigentlich eine Debatte über die implikationen dieses Unglückes auf Reisebusse generell, Lenkzeiten von LKWs oder ähnliches erwartet. Statt dessen Katastrophenfernsehen.

Bei einem Brennpunkt erwarte ich, das es um ein bedeutendes Thema geht. Und vor allem über die „normale“ Berichterstatung hinaus. Ob Irakkrieg I und II, 9-11, Oderflut und gekaufter Fussball. Alles Themen, die einen  grossem Einfluss auf Gesellschaft, Politik oder den Umgang mit einem bestimmten Bereich über das eigentliche Ereigniss hinaus haben.

Ich hoffe, in Zukunft wird die Marke „Brennpunkt“ nicht weiter so ohne jeden Focus verwässert, denn ansonsten verliere ich mein Interesse.