Archive for the ‘An Elbe und Alster’ Category

Offenes Tor und blindes Vertrauen

2007-11-16

Heute im Hamburger AbendSenatsblatt und der MoPo wird über massive Sicherheitsprobleme im Hamburger Behördennetz gesprochen. Der Hamburger Datenschützer Lubomierski und seine Mitarbeiter haben sich die Netze einmal genauer angesehen und konnten dabei über Monate unentdeckt auf vertrauliche Daten zugreifen.

Deshalb ist die Ausrede unglaubwürdig, niemand habe diese Lücken ausnutzen können. Es gibt ja anscheinend keine Möglichkeit, dieses zu entdecken. Und man braucht nur einen Rechner mit Zugang zum Behördennetz. An dem Beispielsweise auch unsere Bürgerschaftsfraktion hängt. Allein das sollte Ansporn sein, diese Lücken zu schliessen.

Die zuständige Finanzbehörde verteidigt sich, nur IT-Experten könnten diese Lücken ausnutzen. Das mag für viele Schachstellen zumindest zu Anfang gelten. Aber hier sind nicht nur die Hintertüren offen gewesen, sondern gleich das ganz große Tor am Haupteingang.

Frei erhältliche Software und Informationen, die auf dem Arbeitsplatz und im Internet verfügbar sind, reichten gepaart mit etwas Neugierde – vollkommen aus.(MoPo)

Also: Besser auch mal einen Euro oder zwei in die IT-Sicherheit investieren. 

Manchmal muss man Glück haben!

2007-11-13

Und dieses Mal hatte ich Glück. Bei meiner Kandidatur für die Landesliste der GAL bin ich auf dem 14. Platz gelandet. Nachdem ich auf Platz 12 meine Bewerbungsrede gehalten hatte, habe ich damit mein gewünschtes Ziel voll erreicht.

Allerdings brauchte ich ein wenig Glück. Denn in den ersten beiden Wahlgängen sind auf mich nicht die absolute Mehrheit der Stimmen entfallen. Und im dritten Wahlgang, in dem die einfache Mehrheit reicht, kam es zu einem Gleichstand zwischen mir und Roland Schaefer. Unsere Regeln sehen in so einem Fall das Losen vor. Und da hatte ich das Glück, gezogen zu werden.

Die taz sieht mich damit, zusammen mit Anjes und Linda, als möglichen Nachrücker bei einer Senatsbeteiligung. Ich sehe das wesentlich skeptischer. Da brauchen wir ein richtig gutes Ergebnis und es dürfen nicht zu viele DirektkandidatInnen durch kommen.

Aber die Wahlnacht wird spannend. Vielleicht muss ich dann ja noch einmal Glück haben. 

Mehrheit bei CDU für Gemeinschaftsschule

2007-11-07

[photopress:cdu.schule_screenshot.jpg,full,alignleft]Auf der Homepage der CDU-Bürgerschaftsfraktion kann man an einer Online-Umfrage teilnehmen. Dabei kann man sich für oder gegen die Abschaffung der Gymnasien aussprechen. Auch wenn diese Frage schon im Ansatz falsch ist, schliesslich geht es um die Frage der individuellen Förderung statt Aussortierung, haben sich momentan eine Mehrheit für die Abschaffung der Gymnasien ausgesprochen (siehe Screenshot).

Wer statt der Aufteilung in Fiat und Mercedes lieber den „Mercedes für alle“ einführen möchte, kann die aktuelle Kampagne „Eine Schule für alle“ unterstützen.

UPDATE: Nachdem die Zahlen sich noch ein wenig nach oben verändert haben und es nun 65% pro Gemeinschaftsschule stand, hat die CDU die Umfrage von ihrer Seite genommen.

Meine Platzierung

2007-11-06

So, nur damit es alle Wissen und ich nicht wieder um Viertel vor Zehn angerufen werde. Ich bin gestern Abend auf Platz sieben der Bezirksversammlungsliste in Mitte gelandet. Vorher habe ich den Platz fünf mit 19 zu 24 Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Lothar verloren (mal wieder 😉 ). Der Platz sieben ist nach den letzten Zahlen nicht ganz sicher, aber sehr aussichtsreich. Und weil wir ja einen tollen Wahlkampf machen wollen, wird er sicher werden. Zumindest habe ich jetzt eine ganz persönliche Motivation.

An diesem Wochenende geht es dann noch einmal rund. Die GAL wählt die Landesliste zur Bürgerschaftswahl. Neben Jörg und Claudius stehen auch Katja und Katharina auf der Liste der (hoffentlich) aussichtsreichen KandidatInnen. Ich will ja auch antreten, allerdings erst für die hinteren Plätze. Wo genau ich einsteige, steht aber noch nicht fest.

Datenschutz? Wird doch überbewertet…

2007-11-04

Zumindest der CDU-Senat der Freien und Hansestadt Hamburg versucht hier, kein Vorreiter zu sein. Gerade erst wurde die Schulsenatorin Dinges-Dierig mit einem Big-Brother Award für das umstrittene Schülerverzeichnis ausgezeichnet.

Durch den automatischen Abgleich der Schülerdaten mit den Einwohnermeldeämtern sollen vernachlässigte Kinder aufgespürt werden. Warum das den „Fall Jessica“ nicht verhindert hätte und eher die Ausländerbehörde Profiteur dieser Datensammlung ist, legt die Laudatio sehr deutlich dar.

Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Lubomierski warnte Anfang des Jahres vor einem „Dammbruch beim Datenschutz“ und führt dieses Schülerregister als ein besonderes Beispiel an.

Jetzt aber soll es einen Schritt weiter gehen. Im § 9 der Hamburger Schul-Datenschutzverordnung heißt es eindeutig schwammig:

Die zuständige Behörde darf einer anderen Behörde oder sonstigen öffentlichen Stelle der Freien und Hansestadt Hamburg die in § 7 genannten personenbezogenen Daten aus dem Zentralen Schülerregister übermitteln, wenn dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben oder zur Erfüllung der Aufgaben des Empfängers erforderlich ist. Die übermittelten Daten dürfen von der anderen Behörde oder sonstigen öffentlichen Stelle nur zu den Zwecken verarbeitet werden, zu denen sie übermittelt wurden.

Welcher Zweck auch immer, so lange er vorher als solcher angemeldet wurde. Und eine neuer Zweck steht an. Nach einer Drucksache, die der Senat in der kommenden Woche beschließen will, soll auch die Polizei Zugriff auf diese Daten bekommen. So sollen Schulschwänzer leichter erkannt werden.

Darüber hinaus soll auch jede Rangelei auf dem Schulhof in Zukunft der Staatsanwaltschaft gemeldet werden. Lehrer als Hilfspolizisten. Erfolgreiche Projekte an Schulen, den Kindern und Jugendlichen durch Konflikttraining eine Entwicklung zu ermöglichen, werden so ad absurdum geführt. Und die Staatsanwaltschaft sammelt einen Berg Daten über jeden normalen Schüler, jede normale Schülerin, die sich einmal rauft. Das kann man doch am besten auch ins Schülerverzeichnis schreiben, damit die Polizei gleich weiß, mit wie viel Widerstand zu rechnen ist.

Mein Vorschlag: Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt einen RFID-Chip implantiert. Eine britische Schule hat hier schon erste Erfahrungen gemacht, die Chips jedoch nur in die Kleidung eingenäht. So kann leicht überprüft werden, welcher Schüler in welchem Klassenraum ist. Oder welche Schülerin nicht zum Unterricht erschienen ist. Am besten gleich mit einer Standleitung zu den Fahndungscomputern der Polizei, dann können Schulschwänzer automatisch zur Fahndung ausgeschrieben werden. Und am besten noch die Videoüberwachungsdaten von allen bekannten Treffpunkten automatisch mit den Bildern der Gesuchten abgleichen. Dann weiss das MEK gleich, wo es hin muss.

Spaß beiseite. Dieses Beispiel belegt einmal wieder, wenn Datenbestände angelegt sind, werden Begehrlichkeiten geweckt. Das hat ja auch schon die LKW Maut gezeigt. Und so wird schleichend der Datenschutz mit Trippelschritten immer weiter ausgehöhlt.

Eine Schule für alle!

2007-11-01

Unter dem Motto „Eine Schule für alle“ werden in Hamburg gerade Unterschriften für eine Volksinitiative  gesammelt. Ziel ist es, in Hamburg nach skandinavischem Vorbild eine Gemeinschaftsschule einzuführen, in der jedes Kind nach seinen individuellen Stärken und Schwächen gefördert wird.

[photopress:eine_schule_liste_1.jpg,full,alignleft]

Meine Unterschrift habe ich heute geleistet. Das gibt aber bestimmt zu Hause noch die eine oder andere Diskussion mit dem Hasen

Aber nach meiner Überzeugung ist aussortieren nicht der richtige Weg, mit unseren Zukunftsherausforderungen umzugehen. Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft dürfen wir niemanden abschreiben. Und auch für die leistungsstarken Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, immer neue Herausforderungen und angemessene Förderungsmöglichkeiten zu ermöglichen.

Auf der Homepage der Initiative gibt es auch eine Vielzahl weitere Informationen und Argumente, sowie eine Unterschiftenliste zum Herunterladen.

Beachclub soll bleiben!

2007-10-29

Mit dem Central Park gibt es in Hamburg einen Beach Club, der zwar viel Sand bietet, jedoch nicht am Wasser liegt. Sondern in Mitten der Schanze. Ein Ort, der zwar durch den angrenzenden Bahndamm nie wirklich idylisch ruhig war, jedoch immer ein besonderes Ambiente bot. Liegestühle, Sand und Sonnenschirme, Grillfleisch und leckere Salate. Und auch mal ein gutes Weizenbier.

Aber alles unter freiem Himmel. Und in der Schanze, nicht mit Bus und Bahn schwer erreichbar an der Elbe. Durch die besondere Lage hat er auch ein komplett anderes Publikum als die drei fast identischen Clubs an der Elbe (Stand Pauli mal ausgenommen). Sogar meine Mutter war begeistert, obwohl wir an einem Tag mit eher schlechtem Wetter dort waren.

Jetzt steht diese besondere Location vor dem Aus, zumindest in der heutigen Welt. Auf dem Gelände soll ein Bürogebäude erstellt werden. Zwar ein Gebäude im Rahmen der Wirtschaftsförderung, also besonders Platz für Junge und Kleine Unternehmen. Aber unterm Strich nur ein weiteres Bürogebäude, von denen Hamburg momentan ja nicht genug hat.

Der Bezirk Altona, der ja wohl bald auch den Rest der Schanze übernehmen wird, beweist hier sein Verständnis von Stadtteilkultur. Denn ob ein neuer Platz für den Central Park gefunden wird, ist fraglich. Schon das unterbringen der anderen drei Beach Clubs sei problematisch. Aber auch wenn der Central Park ein Beach Club, eine Strandlage war nicht das Besondere an dieser Institution.

Ich kandidiere!

2007-09-25

So, meine Kandidatur ist fertig. Ich möchte auf unsere grünen Listen für die
Wahlen zur Bezirksversammlung im Februar 08.

Listen? Genau. Durch das neue Wahlrecht haben wir mehrere davon. In meinem Bezirk Mitte haben wir zwei Wahlkreise und die Bezirksliste.

Ich will in dem einen Wahlkreis antreten (WK 1, Innenstadt) und auf der Liste für den Bezirk. Wahrscheinlich auch auf einem der hinteren Plätze der Landesliste, aber mein Ziel ist die Bezirksversammlung.

Zum Nachlesen als PDF: Kandidatur Kai Wilken Listen Mitte

PS.: Ich glaube, in der nächsten Zeit werde ich mal ein paar Sätze zum neuen Wahlrecht hier hinterlassen.

Zurück zu den Wurzeln

2007-09-21

Die CDU hat sich entschieden, den Schwerpunkt „Ökologie“ wieder aufzugeben. Zumindest als Schwerpunkt für den Wahlkampf. Statt dessen soll wieder über Familie und Sicherheit diskutiert werden. Grund für diesen Richtungswandel könnte die Erkenntnis sein, dass eine Debatte über Klimaschutz vor allem den Grünen nützt.  Zumindest hat dieses das Allensbach Institut heraus gefunden.Das beruhigt mich ein wenig, denn im Bereich „Sicherheit“ ist die CDU wesentliche einfacher mit Argumenten anzugreifen, als im Bereich Klimaschutz. Wenn über beispielsweise Videoüberwachung diskutiert wird, kann man dafür oder dagegen sein. Beim Klimaschutz, wo über verschiedene Mengen an CO2 Einsparungen gestritten wurde, ist das wesentlich schwieriger.

Rauchen per Volksentscheid

2007-09-08

In Hamburg gibt es ein neues Volksbegehren. Eine Gruppe von Wirten will damit den Nichtraucherschutz in Kneipe und Bars kippen, so die taz heute. Zwar kann ich mich mit diesem Anliegen nicht anfreunden, aber trotzdem ist es ein positives Zeichen. Denn nach den doch sehr inhaltlich gehaltvollen Volksbegehren der letzten Zeit und dem noch Ausstehenden Volksentscheid zur Verfassungsänderung sind die Mittel der direkten Demokratie im Bewusstsein der Menschen angekommen.